Zu Besuch im Air-Espace-Lucht-Ruimtevaart

Im September besuchten wir die Sanicole Airshow im belgischen Hechtel, welche im Jahr 2013 in Verbindung mit der Air-to-Air Academy organisiert wurde. Aufgrund des schlechten Wetters am Samstag entschieden wir uns kurzerhand, dem Musee Royal de l´Armee, genauer gesagt, dem Air-Espace-Lucht-Ruimtevaart, in Brüssel einen Besuch abzustatten.

In der riesigen Haupthalle des Museums erwartet die Besucher ein Querschnitt aus der zivilien und militärischen Luftfahrt. Größtes Ausstellungsexemplar ist eine – unter der Decke montierte – Sud SE210 Caravelle. Bei der Caravelle handelt es sich um eines der ersten strahlgetriebenen Kurz- und Mittelstrecken- Verkehrsflugzeugen der Welt. Um die Entwicklung zu beschleunigen, griff man auf Erfahrungen und Teile der DeHavilland Comet, dem eigentlichen Konkurrenzprodukt der Caravelle, zurück. Den Erstflug absolvierte das mit drei Rolls-Royce Avon Triebwerken ausgestattete Flugzeug im Mai 1955. Zwischen 1958 und 1972 verließen 282 Caravelle die Produktionshallen, größter Abnehmer war AirFrance mit 46 Exemplaren.

Ein gutes Dutzend Oldtimer aus der Ära des ersten Weltkriegs stehen im Museum in der Ausstellung. Highlights sind dabei sicherlich die Sopwith Camel, Bristol Fighter F2B Type 17 und Royal Aircraft Factory RE8. Ein seltenes Exemplar aus deutscher Produktion ist die Halberstadt CLII. Mit drei Maschinenkanonen und einem 160PS starken Mercedes-Motor gehörte die CLII zu den besten Kampfflugzeugen des ersten Weltkriegs. Die klassischen einmotorigen Warbirds werden durch Supermarine Spitfire Mk. IX & XIV, Hawker Hurricane, North American AT-6 und Yakovlev Yak-11 vertreten. Douglas A26 Invader, Bristol Blenheim, DeHavilland Mosquito und Fairey Battle vertreten die Klasse der mehrmotorigen Bomber.

Den Großteil der Fläche nehmen die Jets ein. Angefangen bei den Exemplaren der ersten Jet-Epoche wie DeHavilland T-11 Vampire, T-33 Shooting Star, F86 Sabre oder Gloster Meteor MK.XI über Fiat G91, RF84G Thunderjet, MIG21 Fishbed bis hin zu J-35 Draken, Dassault Mirage V, F104G Starfighter oder dem aktuellen Jet der belgischen Luftwaffe, der F16 Fighting Falcon.

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Fans großzügig gestalteter Museumsflächen werden in Brüssel sicherlich nicht glücklich. Die Ausstellungsstücke stehen teils dich gedrängt abgestellt und sind thematisch nicht sortiert. Punkten hingegen kann das Museum durch authentische “Macken“, denn nicht jeder Kratzer wird auspoliert. Darüber hinaus stehen die Museumsmitarbeiter gerne Rede und Antwort, und lassen sich auch bei den Restaurierungsarbeiten – sofern sie im Ausstellungsgelände stattfinden – über die Schulter schauen. Für eine entspannte Mittagspause stehen ausreichend Plätze im integrierten Sky-Cafe zur Verfügung. Der Eintritt ist frei, über eine Spende zum Erhalt der Flotte freut sich die Museumsleitung natürlich trotzdem. Wer mehr über das Museum erfahren möchte, erfährt zahlreiche Details auf dessen Internetseite.