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Die Hitzeschlacht von Albstadt!

Nach mehreren erfolgreichen Ausgaben der "Aviation-Photoevents" in Bremgarten stand für das Jahr 2015 der Umzug unserer Veranstaltungsserie an eine neue Location an. Sprichwörtlich gelandet sind wir auf dem beschaulichen Flugplatz Albstadt Degerfeld.

Das Degerfeld liegt nur wenige Flugminuten der Burg Hohenzollern am Fuße der Schwäbischen Alb  entfernt und eignet sich landschaftlich daher ideal für Fotoflüge.  In Zusammenarbeit mit dem Luftsportclub Albstadt Degerfeld – welcher Zeitgleich seinen jährlichen Flugtag abhielt – wurde eine großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt, welche allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird. Als Organisator einer solchen Veranstaltung gibt es immer ein Risiko, welchem man auch mit der besten Planung nicht entgegentreten kann, dem Wetter. Mit 38 – 40 Grad Celsius gehörte das letzte August-Wochenende 2015 zu den heißesten Wochenenden des Jahres. Besser als Regen ist ein strahlend blauer Himmel allemal, die Hitzeschlacht forderte dennoch einige Opfer in Form von abgesagten Fotoflügen. Bei annähernd 60 Grad Celsius im Cockpit macht das Fliegen nicht nur keinen Spaß, Flüge in engen Formationen sind äußerst anstrengend und stellen bei diesen Temperaturen ein mögliches Gesundheits- und Sicherheitsrisiko dar.

Das Flugprogramm konnte mit gleich mehreren Highlights aufwarten, Star der Veranstaltung war aber zweifelsohne die Lockheed Electra Model 10A aus Prag-Tocna. Erst wenige Monate vor unserer Veranstaltung wurde die Electra – das einzig fliegende Modell dieses Typs weltweit – über den Atlantik nach Europa überführt. Die Teilnahme in Albstadt war der erste öffentliche Auftritt der Electra in Deutschland, worauf alle Beteiligten sehr stolz sind. Pünktlich am Freitagmittag “knatterte“ die Electra aus Osten kommend über das Degerfeld, der Sound der beiden ca. 450PS starken Sternmotoren sorgte bei allen Anwesenden für Gänsehaut.

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Am frühen Nachmittag schwebte ein weiteres Highlight der Veranstaltung ein, wobei “schweben“ nicht wirklich passt. Mit gut 550km/h stürzte sich Marc Mathis mit der Curtiss P-40N Warhawk ins Geschehen und bot allen Beteiligten einen Vorgeschmack auf seine Vorführungen am Wochenende. Marc kam direkt aus dem französischen Melun-Villaroche eingeflogen, für die rund 500 Kilometer benötigte er ca. 75 Flugminuten. Ihm folgte am Freitagabend Michel Defaye aus Paris, der aufgrund dichten Nebels in der Saar-Region seinen Abflug in Pirmasens immer wieder verschieben musste. Er steuerte seine Yakovlev Yak-11 nach Mengen-Hohentengen, nach einer gründlichen Landebahn-Inspektion in Albstadt  am Samstagvormittag überführte er seine Yak im Anschluss dann aufs Degerfeld. Die Teilnahme an den Fotoflügen viel leider der großen Hitze – bzw. der damit verbundenen Dichtehöhe – zum Opfer, trotz der 700PS war ein sicherer Betrieb bei diesen Temperaturen nicht gewährleistet.

Ebenfalls im Foto-Flugprogramm zu sehen waren die beiden in Albstadt stationierten Klassiker vom Typ North American AT-6 SuperSix von Guido Voss und North American P-51D Mustang “Louisiana Kid“ von Wilhelm Heinz. Kurzfristig  konnten wir noch die neu in Deutschland beheimatete Hawker Hurricane Mk.II für unsere Veranstaltung begeistern, Probleme an der Bremsanlage verhinderten dann jedoch leider die Teilnahme.

Als Fotoplattform diente uns wie üblich eine Cessna Supervan 900 der DAS Aviation GmbH aus Saarlouis-Düren. Ihr folgten am Samstag zwei weitere fliegende Plattformen in Form zweier Dornier DO27: Das Dornier-Museum in Friedrichshafen schickte uns dankenswerterweise ihre DO27 “D-EKUI“, welche von Enrico Hohner pilotiert wurde. Die zweite Dornier im Bunde war Andreas Jülchs “D-EDCG“ aus Schweighofen. Weitere Teilnehmer kamen in Form von Cessna 170, Cessna 195, Siai Marchetti SF-260 und Bell 47G nach Albstadt.

Nicht nur die fliegenden Teilnehmer zeigten sich international. Zum ersten Mal in unserer Eventgeschichte konnten wir 13 Gastfotografen aus gleich 10 Ländern begrüßen. Vertreten waren Fotografen aus Deutschland, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Polen, Tschechien, England und Schweden.

Nach einem ausführlichen Briefing aller Teilnehmer starteten am Freitagnachmittag gegen 16:00 die Teilnehmer zum ersten Fotoflug. In abgesprochener Reihenfolge wurde ein im Vorfeld definierter Parcours zwischen dem Flugplatz und der Burg Hohenzollern abgeflogen. Den Anfang machte die Electra, gefolgt von Mustang, Warhawk und SuperSix. Der zweite Fotoflug stand ebenfalls am Freitag auf dem Programm, gegen 18Uhr startete die zweite Runde. In schönstem Abendlicht wurde den Fotografen an Bord der Supervan ein tolles Programm geboten, Warhawk und Mustang gab es nicht nur solo, sondern auch in Formation, zu sehen. Mangels verfügbarem JET-A1 Kraftstoff in Albstadt ging es für die Supervan  im Anschluss zum Tanken nach Bad Saulgau; an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Paul Lehner und die Skynuggets aus Bad Saulgau für den erstklassigen Support! Nach einem gemeinsamen Abendessen im Flugplatzrestaurant ließen die Fotografen den Abend mit einem Nightshooting ausklingen, zu dem sowohl die Electra als auch die SuperSix nochmal mit Motorläufen für eine grandiose Soundkulisse sorgten.

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Für Fotoflug 3 mussten alle Teilnehmer am Samstag besonders früh aus den Federn. Bereits um 09:30Uhr liefen die großvolumigen Motoren der Oldies warm. Für das frühe Aufstehen entschädigt wurden die Teilnehmer dann mit einem grandiosen Ausblick kurz nach dem Start vom Degerfeld: Im Umkreis von ca. 20km lag alles rund um den Flugplatz unter einer dünnen Wolkendecke, lediglich die Burg Hohenzollern war – wie bestellt – durch ein kleines Wolkenloch zu bestaunen. Ein rundum perfekter Fotoflug!

Gegen 11:30Uhr folgte für das Organisationsteam ein weiteres Highlight des Wochenendes. Die Crew der Lockheed Electra lud das Team zu einem Rundflug in ihrem Schmuckstück ein. In bequemen Ledersitzen (jeder Platz ist ein Fensterplatz) ging es von Albstadt zur Burg Hohenzollern, weiter Richtung Tübingen und anschließend zurück nach Albstadt. Ein tolles “Airlebnis“, welches uns allen lange in Erinnerung bleiben wird!

Ab Samstagnachmittag stand das sehenswerte Airshowprogramm im Vordergrund,  zwischendurch starteten unsere DO27 jedoch zu diversen Fotoflügen mit Antonov AN2, Max Holste Broussard, Dornier DO27 sowie Cessna 170 und 195. Abends folgte ein zweites Nightshooting, diesmal mit P-51D Mustang und P-40N Warhawk. Da zeitgleich die offizielle Hangarparty mit den “Louisiana Kids“ stattfand, erfreuten sich auch die regulären Besucher an diesem Spektakel.

Am Sonntagmorgen standen – bei noch passablen Temperaturen - zwei weitere Fotoflüge auf dem Plan. Guido Voss pilotierte in seiner SuperSix einen Fotografen auf dem Rücksitz, Michel Defaye positionierte seine Yak-11 zielsicher als Fotomotiv nebendran. Mit diesen beiden Flügen endete – aufgrund weiterer Absagen aufgrund der extremen Hitze tagsüber - offiziell unser Fotoevent. Strahlender Sonnerschein und abgekühlte Temperaturen von “nur noch“ ca. 30 Grad Celsius luden am Abend dann aber doch nochmal zu einem würdigen Abschluss des Events ein. Die beiden Hauptorganisatoren schwungen sich ein letztes Mal (für dieses Wochenende) die Fallschirme auf den Rücken und bereiteten sich auf den Start vor. Während Reto Schneeberger sich in der SuperSix auf den Flug vorbereite, kletterte Christian Bramkamp bei Wilhelm Heinz auf den Rücksitz der P-51D “Louisiana Kid“. Was für ein sensationeller Abschluss eines tollen Wochenendes!!!

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Wir bedanken uns bei allen Piloten, Fotografen und Unterstützern für diesen Event. Die Vorbereitungen für eine Fortsetzung in 2017 laufen bereits auf Hochtouren. Details dazu werden wir alsbald bekannt geben.