Zu Besuch beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke"

Das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ ist der älteste Jetverband der deutschen Luftwaffe und wurde im Juni 1958 auf dem Fliegerhorst Nörvenich mit dem Flugzeugmuster F-84F in Dienst gestellt. Seit 1961 trägt das Geschwader den Traditionsnamen des Jagdfliegers aus dem Ersten Weltkrieg, Oswald Boelcke. Der lateinische Spruch auf dem Wappen der Fliegenden Staffel „Epluribus Duo“ kann sinngemäß mit „Zwei von vielen“ übersetzt werden und knüpft an die Geschichte der beiden Staffeln des JaboG 31“B“ an.

Anfangs war das Geschwader mit der Republic F-84F „Thunderstreak ausgerüstet, bevor es 1961 als erster Verband der Luftwaffe den Lockheed F-104G Starfighter einführte. Bis 1983 kamen auf diesem Waffensystem über 211.000 Flugstunden zusammen, bevor das Nachfolgemuster, der Tornado, den Starfighter ablöste. Auch die Einführung des Tornado im Jahr 1983 erfolgte beim JaboG 31 „B“ als erstem Verband der Luftwaffe. Ausgestattet mit Gelände-Folgeradar und fly-by-wire Technik stellte der Tornado einen nahezu spektakulären Technikvorsprung im Vergleich zum Starfighter dar. Nach 27 Jahren und 176.000 Flugstunden wurde der Tornado im Jahr 2010 durch den Eurofighter abgelöst. Die ersten neuen Flugzeuge landeten im Dezember 2009 auf dem Fliegerhorst in Nörvenich.

Seit dem 1. Oktober 2013 ist das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ offiziell in „Taktisches Luftwaffengeschwader 31 “Boelcke“ umbenannt worden. Aufgrund umfangreicher Umstrukturierungen innerhalb der Luftwaffe operiert  das Geschwader nun von den Standorten Wittmund und Nörvenich. Das ehemals eigenständige JG 71 „R“ ist seit dem formell als Taktische Luftwaffengruppe „Richthofen“ dem Geschwader unterstellt. Anlässlich des 55 jährigen Bestehen des Verbandes, im Juni 2013, erhielt der Eurofighter mit der Kennung 31+00 eine Sonderlackierung auf dem Seitenleitwerk.

Während unseres Besuches am 10.10.2013 konnten wir hautnah Fliegeratmosphäre einatmen. In der Kleiderkammer wurde anschaulich demonstriert, welche zusätzliche Ausrüstung ein Jet-Pilot anlegt und –zieht, um für die Belastungen denen er ausgesetzt wird gewappnet zu sein.  In jedem „Mitarbeiter“, vom Piloten bis hin zu den Mechanikern, findet man auf höchstem Niveau ausgebildete  Fachleute.

Den Höhepunkt des Tages stellte der Start von insgesamt sechs Eurofighter dar. Vier Jets waren planmäßig vorgesehen, wobei vor allem die ersten beiden beim take off mit Nachbrennern lautstark auf sich aufmerksam machten. Kurz darauf schloss sich noch die sogenannte QRA (Quick Reaction Alert), also die Alarmrotte an. Das schon bei einigen Airshows erlebte Leistungsvermögen des Eurofighter beeindruckte hier bei dem nahezu senkrechten Start nach dem Abheben wieder auf´s neue.

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Herzlichen Dank an Sven „Zwock“ für den aufschlussreichen und spannenden Tag in Nörvenich sowie an die Pressestelle des TaktLwG 31 „B“ für die Beratung und Unterstützung.